“Wir bieten eine angenehme Arbeitsatmosphäre“, „Wir sind ein junges und dynamisches Team“ oder „Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter:innen ist uns besonders wichtig“.

Schon mal gehört? Wir auch. Mit Sätzen wie diesen schaffen es Unternehmen heutzutage leider kaum noch neue Mitarbeiter:innen an sich zu binden. Stattdessen werden flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten und eine transparente Unternehmenskultur immer wichtiger. Mithilfe von Employer Branding können Arbeitgeber:innen unter all der Konkurrenz hervorstechen, sowie sich bei potenziellen und bereits bestehenden Arbeitnehmer:innen beliebt machen, ohne dabei ihre Authentizität zu verlieren. Doch wie geht das, authentisch sein und sich trotzdem marketingorientiert verkaufen?

Mit gutem Beispiel voran:

Die Techniker Krankenkasse, Lufthansa oder der Wissensdienst Blinkist machen’s vor! Auf ihren Kommunikationskanälen zeigen sie Transparenz und geben potenziellen Mitarbeiter:innen Einblicke hinter die Kulissen. Nicht umsonst wurde die Techniker Krankenkasse 2018 als einer der besten nationalen Arbeitgeber des Jahres ausgezeichnet. Auch der Star der Berliner Start-Up-Szene Blinkist beweist Employer-Branding-Talent: Klare und transparente Unternehmenswerte sorgen für eine starke Identifikation mit dem Unternehmen. Die Fluggesellschaft Lufthansa pflegt ebenfalls eine transparente Kommunikation mit ihren Fans. Online gibt das Unternehmen sich sehr kommunikativ, schenkt Einblicke in den Unternehmensalltag und lässt Mitarbeiter:innen eigene Beiträge zu ihrem Job verfassen. 

Weitere Taktiken, mit denen andere Unternehmen Employer Branding erfolgreich umgesetzt haben, findet Ihr hier.

Wir sehen also – Employer Branding at it’s best!


Doch erstmal zu den Basics – was genau ist Employer Branding überhaupt?

Beim Employer Branding geht es in erster Linie darum, eine Arbeitgebermarke aufzubauen und sich als attraktive:r Arbeitgeber:in auf dem Markt zu positionieren. Dies sorgt nicht nur für eine größere, sondern auch für eine positivere Marketingwirkung und trägt außerdem zu mehr Effizienz im Personalrecruiting bei. Doch neben den externen Wirkungen bringt das Employer Branding auch innerhalb des Unternehmens Veränderung mit sich. Mitarbeitenden fällt es so leichter, die Werte und die Kultur des Unternehmens zu adaptieren und diese ebenfalls nach außen hin zu kommunizieren. Im besten Fall empfehlen sie das Unternehmen weiter und rücken es so in ein positives Licht. Employer Branding ist praktisch also eine identitätsbasierte Positionierung des Unternehmens. Sie hilft dabei Mitarbeiter:innen zu akquirieren, in das Unternehmen und die dahinterstehende Kultur einzubinden und so die Leistungsbereitschaft zu steigern. 

Die große Frage lautet: Wie setzt man Employer Branding erfolgreich ein?

Wir haben 7 Tipps formuliert, um Eure Arbeitgebermarke zu stärken.

1. Die richtige Zielgruppe

Ein wichtiges Ziel des Employer Branding ist es, seine Zielgruppe besser und schneller anzusprechen. Maßgebend dafür, muss die eigene Zielgruppe erst einmal klar definiert werden, um diese am effektivsten zu erreichen.
Stellt Euch dabei folgende Fragen: Wo erreiche ich sie? Wie spreche ich sie an? Welche Bedürfnisse hat meine Zielgruppe? Welche Themen beschäftigen und interessieren sie? 

Wie man eine erfolgreiche Zielgruppenanalyse durchführt, erfahrt Ihr hier.


2. Eure Werte und Unternehmensidentität

Findet heraus, was Eure Alleinstellungsmerkmale sind und welche Werte Ihr lebt. Dabei ist es wichtig, nicht nur Phrasen und Übertreibungen zu vermitteln, die Ihr gar nicht einhaltet. Dafür ist es notwendig, eine tiefgreifende Analyse zu betreiben. Wurde Employer Branding bereits im Unternehmen eingesetzt? Versetzt Euch in die Rolle der Bewerber:innen und Mitarbeiter:innen: Wie stehen diese zum Unternehmen und wie viele würden es weiterempfehlen? Warum haben sich ehemalige Mitarbeiter:innen für ein anderes Unternehmen entschieden? Das könnt Ihr durch Umfragen und Feedback herausfinden. Im Grunde genommen geht es darum, die Vision, Mission und Unternehmenswerte konsequent zu formulieren und durchscheinen zu lassen

Falls ihr mehr über die Unternehmenswerte erfahren möchtet, schaut gern hier nach.


3. Mitarbeiter:innen als Markenbotschaftler:innen

Die Identifikation mit der eigenen Arbeit steigert die Motivation und Leistungsbereitschaft. Mitarbeiter:innen, die gerne für Euch arbeiten, sprechen auch gut über Euch und beeinflussen positiv die Arbeitgebermarke. Dadurch besteht die Möglichkeit, diese zu starken Markenbotschaftler:innen auszubilden, welche potentielle Mitarbeiter:innen werben. Das verbessert nicht nur die Unternehmenskultur, sondern kann auch die Innovationslust fördern. 


4. Vorzüge und Perspektiven

Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit zum Homeoffice – heutzutage wichtige Faktoren. Was sind Eure Vorzüge, um künftige und bereits bestehende Mitarbeiter:innen von Euch zu überzeugen? Dinge, die den Arbeitsalltag erleichtern. Wer würde nicht eine gute Anbindung zur Arbeit, gratis Kaffee oder auch ein schönes Teamevent zu schätzen wissen? Die Möglichkeiten sind grenzenlos und es muss auch nicht unbedingt kostspielig sein.

Darüber hinaus können Perspektiven für Mitarbeiter:innen geschaffen werden, die an deren Karrierepläne anknüpfen. Es können Programme entwickelt oder Weiterbildungen angeboten werden. 


5. Karriereseite optimieren

Eure Karriereseite sollte immer auf dem neuesten Stand sein. Nutzt Eure Webseite für das Recruiting und haltet diese stets benutzerfreundlich und klar gegliedert. Landing Pages für verschiedene Berufsbereiche helfen zukünftigen Bewerber:innen, den Überblick zu behalten. Was haltet Ihr von einem Unternehmensvideo? Hier bietet sich die Option, die einzelnen Aufgabengebiete vorzustellen und Einblicke ins Unternehmen zu geben. 


6. Social Media Kanäle einbeziehen

Immer mehr Unternehmen nutzen Social Media für ihr Employer Branding, es ist quasi nicht mehr wegzudenken. Das Schöne an diesem Medium ist, Ihr könnt stets in Kontakt zu Eurer Zielgruppe stehen und mit ihnen interagieren. Mittlerweile gibt es viele dieser Plattformen – Was sind die Unterschiede?

Die Plattformen Kununu und Glassdoor bieten für Mitarbeiter:innen Eures Unternehmens die Möglichkeit, Bewertungen und Erfahrungsberichte zu Ihrem Arbeitsplatz anhand verschiedener Kriterien zu schreiben.

Xing und LinkedIn dienen dem Austausch und der Vernetzung Berufstätiger aller Branchen. Nutzer:innen haben die Möglichkeit, Jobs, Mitarbeiter:innen, Aufträge, Kooperationspartner:innen, fachlichen Rat oder Geschäftsideen zu finden. Hier lohnt es sich, eine Präsenz aufzubauen.

Instagram und Facebook sind die Social Media Kanäle mit den meisten Nutzer:innen weltweit. Vor allem Instagram setzt neue Standards im Bereich Online Marketing und ist somit die ideale Plattform für interaktive Geschichten. Diese Möglichkeit könnt Ihr nutzen, um Einblicke in Euren Arbeitsplatz zu geben oder Mitarbeiter:innen von ihren Erfahrungen berichten lassen. Das wirkt sympathisch und macht Euch interessanter und transparenter. 


7. Umweltfreundlichkeit

Umweltschutz ist heutzutage ein wichtiges Thema und liegt vielen Menschen am Herzen, deshalb sollte er Teil eurer Unternehmensidentität werden. Es gibt viele Möglichkeiten, Aspekte des Umweltschutzes in Euer Unternehmen einzubinden. Wie wäre es beispielsweise mit einem lokalen sozialen Projekt, welches gut zum Unternehmen passt? Beteiligt Euch gemeinsam daran, das schafft nicht nur ein gutes Gefühl sondern stärkt auch den Teamgeist. Auf Messen könntet Ihr außerdem drauf achten, umweltfreundliche Giveaways zu verteilen. Produkte aus regionaler Produktion zeigen direkt, wo Ihr herkommt und bleiben positiv im Gedächtnis. 

Für mehr Tipps zum Thema Umweltfreundlichkeit im Büro, schaut gern hier.

Wie man sieht, gibt es viele Maßnahmen. Genug Zeit, Geduld und eine einheitliche Strategie sind erforderlich, um das Employer Branding erfolgreich umzusetzen. Das Wichtigste ist, dass das Gesamtbild stimmen sollte und dabei die Authentizität nicht verloren geht. 

Zusammenfassung:

// Zielgruppe definieren.

// Vision, Mission und Werte durchscheinen lassen.

// Mitarbeiter:innen Eure Marke repräsentieren lassen.

// Vorzüge und Perspektiven schaffen.

// Karriereseite benutzerfreundlich und klar gliedern.

// Social Media Präsenz aufbauen.

// Umweltschutz in das Unternehmen einbinden.



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