Das neue Jahr ist schon im dritten Monat, der internationale Frauentag ist bereits begangen, wir starten wieder mit Auf anderen Pfaden. Schon die sechste Ausgabe, uns schwirrt der Kopf und unser Herz geht auf. Wir treffen uns im gemütlichen Gemeinschaftsraum des Hostel Eden um bei leckeren Drinks von der Bar und veganen Köstlichkeiten der Vleischerei, Leidenschaft und Mut starker Frauen zu zelebrieren.

Unsere erste Vortragende ist Johanna Jahnke aus Hamburg. Wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen. Diese Frau ist Power pur.

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Ab dem Teenager-Alter spielt Johanna Rugby. Mit dem kasachischen Trainer wurden Gewichte gehoben und andere Mannschaften (oder Frauschaften?) auf dem Spielfeld getroffen. Da ging es hart zur Sache. Als ob sie nicht so schon bereits bewiesen hatte, dass nichts unmöglich ist, ernährt sich Johanna, seit sie 17 ist, vegan. Leistungssport und vegan, geht das? Na logisch. Damals musste man die Sojamilch noch in braunen Flaschen in ausgewählten Bio-Märkten besorgen. Unvorstellbar. Auch eine kurzzeitige Soja-Allergie hält sie nicht davon ab, ihr Ziel zu verfolgen.

Nach der Geburt ihrer beiden Kinder, wendet sich Johanna einem anderen Sport zu. Seit ein paar Jahren fährt sie bei Fixed-Gear-Fahrradrennen mit. An der Spitze natürlich, denn Johanna hat keine Lust auf halbe Sachen. Im Amateur-Radsport setzt sich Johanna auch für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Mit Erfolg. Seitdem werden deutlich mehr Frauenrennen angeboten und auch das Preisgeld wurde bei vielen Veranstaltern angepasst. Johanna stellt fest: für eine gleichberechtigte Gesellschaft brauchen wir Frauen die Solidarität der Männer.
Und alle so: JA JA JA!

Doch wie kann man um die halbe Welt reisen mit zwei Kindern? Johanna sagt, sie hat das Glück einen Partner an ihrer Seite zu haben der sie unterstützt. Denn sie hat gelernt, dass ihre Kinder nur dann wirklich glücklich sind, wenn sie es auch ist. Andersherum genauso. Welch schöner Leitsatz, nach dem es sich lohnt zu leben.

Folgt Johannas Radtouren durch die Welt auf Instagram.

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In Freundschaft arbeiten, heißt Bedürfnisse wahrnehmen

Unsere zweiten Vortragenden sind am heutigen Abend die Hostel-Damen selbst. Vier junge Frauen, die sich entscheiden ein Hostel zu eröffnen. Wie kommt es dazu?

Die Vier waren eigentlich Jule und ihre drei Freundinnen Thea, Eva und Gabriele. Zwischen Studium und drohendem nicht-wissen-wohin-eigentlich, entsteht zwischendurch einfach mal die Idee vom eigenen Hostel. Denn: sie alle wollten wieder zurück nach Leipzig. Direkt hören sich die vier Freundinnen um, welches Viertel denn am idealsten geeignet ist, für ein alternatives Hostel. Und die Antwort ist: Lindenau!

Tatsächlich ging dann alles ganz schnell. Es wurde ein Objekt gefunden. Genauer gesagt: ein altes Lehrlingswohnheim. Schnell war auch klar, dass jeder Raum von anderen Künstlern gestaltet werden sollte. Der Vorteil für die Mädels: sie kannten bereits viele Künstler und die hatten auch noch Lust mitzumachen. JUHU! Nun fehlt nur noch Geld. Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Aktion geht es endlich los. Materialien werden besorgt und die Künstler gehen ans Werk. Heute ist jeder Raum im Hostel ein wahres Schlafparadies. Von Makramee-Schaukeln, über Baustellen-Betten bis hin zu verrückten Holzkonstruktionen.

Doch wie arbeitet man zusammen an so einem riesen Projekt, wenn man befreundet ist? Die Antwort der Mädels folgt schnell: es muss immer die Möglichkeit geben, seine Bedürfnisse zu teilen und dass auf diese auch Rücksicht genommen wird. Denn bei Zeitdruck, arbeitsamen Nächten auf der Baustelle und anstehendem Zuwachs, gleich doppelt wohlgemerkt, ist nicht immer Jubel Trubel Heiterkeit angesagt. Und siehe da: sie haben es geschafft. Alle Räume sind fertig, der Garten erstrahlt jedes Jahr aufs Neue im zauberhaften Blumenkleid und die vier haben noch immer Spaß an ihrem Hostel.

Werft doch mal einen Blick in die Räume: www.eden-leipzig.de

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Ein weiterer Abend bei „Auf anderen Pfaden“ geht zu ende. Einige Gäste bleiben noch um genaueres von Johanna und den Hostel-Frauen zu erfahren und wir sind unglaublich glücklich. Es war wunderbar und wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Mal, wenn es an der Zeit ist, mutigen Lebensgeschichten zu lauschen.

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